Prof. Dr.-Ing. Otto H. Schiele verstorben
Das langjährige KSB-Vorstandsmitglied Prof. Dr.-Ing. Otto H. Schiele ist am Montag, den 4. Juni verstorben. Er wäre in diesem Monat 90 Jahre alt geworden.
Von 1972 bis 1987 war Prof. Schiele technischer Vorstand der KSB AG und hat in dieser Zeit die Entwicklung des KSB Konzerns wesentlich geprägt. Seine berufliche Karriere begann er 1959 zunächst als Konstruktionsleiter des KSB-Werkes Homburg. Vier Jahre später verantwortete er die zentrale Konstruktionsplanung, bevor er 1965 Leiter mit Produktverantwortung für Kompressoren wurde. 1969 übernahm Prof. Schiele die Führung des Bereichs „Zentrale Forschung und Konstruktion“, ab 1972 als Teil seiner Funktion als ordentliches Vorstandsmitglied der KSB Aktiengesellschaft.
Zahlreiche Patente zeugen davon, dass er neben seinen Leitungsaufgaben immer wieder auch im operativen Geschäft technische Innovationen anstieß. Mit seinem Fachwissen in den Bereichen Mikroelektronik, Computertechnik, Hydraulik, Werkstoff-, Fertigungs- und Antriebstechnik begleitete er viele technologische Projekte und Produktentwicklungen.
Die Vorstandsaufgaben bei KSB nahm er 15 Jahre lang bis zu seinem Ausscheiden im Alter von 65 Jahren wahr. Auch nach Ende seiner Amtszeit als Vorstandsmitglied blieb Prof. Schiele dem Unternehmen als wissenschaftlicher Berater der KSB-Stiftung verbunden.
Prof. Schiele war zeitweise Präsident des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), führte den Vorsitz im Technologiebeirat des Landes Rheinland-Pfalz und war Vizepräsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI). Darüber hinaus engagierte er sich in Gremien der Fraunhofer-Gesellschaft, der Arbeitsgemeinschaft Industrieller Forschungsvereinigungen (AIF) und der Deutschen Forschungsgemeinschaft.
Mit der Technischen Hochschule Karlsruhe (heute “Karlsruher Institut für Technologie – KIT”), an der er Maschinenbau, Meteorologie und Ökonomie studiert hatte, blieb er Zeit seines Lebens in engem Kontakt. Dort war er vor seinem Eintritt bei KSB vier Jahre als Leiter des Lehrstuhls für Strömungslehre und Strömungsmaschinen tätig gewesen. 1982 wurde der frühere Jagdflieger Ehrenvorsitzender der Akademischen Fliegergruppe an der Universität Karlsruhe e.V., die er 1951 mit begründet hatte.
Am 4. April 1996 überreichte ihm der seinerzeitige Bundespräsident Richard von Weizsäcker für seine Lebensleistung das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland.
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